Einige Hinweise und Artikel zum größeren Zusammenahng "Auto, Wahn, Mobilität, Weltwirtschaft.." gibt´s bei den nachfolgenden Links oder hier dargestellten Artikeln. Gundsätzlich bin ich bei dieser Auseinadersetzung mit den Todesgedenkstätten ja eher vom individuellen Standpunkt ausgegangen - aber - und diese kleine positive Kritik am Veranstaltungsabend 1 war berechtigt - die politischen Dimensionen, die ökonomischen Zusmmenhänge und Zwänge dürfen nicht außen vor bleiben oder gar untergehen.
Zum Einstieg in dieses Thema: Individulles Verhalten und weltwirtschaftliche Bedeutung des Automobils und seine Folgensei auf folgende Web-Site verwiesen, die einen guten Überblick gibt:
http://www.textur.com/schrott/
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Der nachfolgend hier auch gezeigte Artikel kommt aus dieser Quelle:
http://www.ag2100net.de/afghanistan.htm
Das Auto, der Tod, das Öl und der Krieg in Afghanistan
Wer annimmt, dass die Kriege der Neuzeit mehr Todesopfer fordern, als der Autoverkehr, irrt. Während im letzten Jahrhundert ungefähr 110 Millionen Soldaten und Zivilisten Opfer von Kriegen wurden [1], starben schätzungsweise 150 bis 200 Millionen Menschen durch das Auto [2]. Diese Zahl ergibt sich aus den direkten Unfallopfern, zur Zeit etwa 1 Million Menschen pro Jahr und der etwa 2,5-fachen Zahl an Toten aufgrund von Atemwegserkrankungen, wie Lungen- und Bronchialkrebs, die durch Kfz-Abgase ausgelöst wurden. Seit Ende des zweiten Weltkrieges gab es kein Jahr, in dem es mehr Tote in Kriegen gab, als Unfall Tote durch Kfz-Verkehr [6] [7]. Hinzu kommen noch die Opfer tödlicher Atemwegserkrankungen durch Autoabgase. Die Toten „des Autos“ sind durchaus vergleichbar mit der Zahl der Todesopfer welche durch die Pest im Mittelalter starben.
Zum Beispiel Israel: Der israelische Autoverkehr forderte seit der Staatsgründung mehr Todessopfer, als Israelis in 4 Kriegen getötet würden [8]. Bei Verkehrsunfällen starben 1997 in Israel 530 Menschen [9]. Vom Beginn des Aufstandes der Palästinenser im Oktober 2000 bis zum Attentat in Jerusalem mit 16 Toten Anfang August 2001 starben 150 Israelis bei Anschlägen [10].
Gegenwärtig verbraucht der weltweite Kraftfahrzeugverkehr etwa die Hälfte des jährlich geförderten Erdöls [11]. Es ist von daher sicher unbestritten, dass Kfz eine wesentliche Ursache für den Öldurst der Industrienationen sind. Wegen der wachsenden Zahl der Automobile wird dieser Anteil in den nächsten Jahren noch gesteigert. Das Heidelberger Umwelt- und Prognose-Institut schätzt den Bestand an PKW, bis zum Jahr 2030, auf über 2 Milliarden [12]. Ungefähr eine Vervierfachung der heutigen Anzahl. Dies bedeutet, dass sich der Ölverbrauch mehr als verdoppelt, bei Annahme der Halbierung des spezifischen Verbrauchs, pro Kfz. Im Jahr 2030 könnte also in etwa die Menge, der heutigen Produktion an Erdöl, nur für die Autopest benötigt werden. Der Anteil „des Autos“ an der Erdölförderung wird dann wesentlich über 50% liegen, da Öl als Energieträger in den Bereichen Haushalte und Industrie, gegenwärtig und zukünftig, weiter abnimmt. Möglicherweise wird in Zukunft auch ein beträchtlicher Anteil Erdgas in Automotoren verbrannt. Eine Entwicklung die sich bereits heute abzeichnet.
Wo soll diese Menge Öl und Gas herkommen? Diese Frage beschäftigt die Strategen der geopolitischen „Denkfabriken“ aus den Industrieländern. Neben der Golf-Region, der USA, Alaska, Sibirien, Mittelamerika und der Nordsee, ist die Kaukasus- Region eine weitere Lagerstätte, in der Größenordnung der Vorkommen in Saudi-Arabien. Tief im Inneren der asiatischen Landmasse ist das Öl hier schlecht für den Westen zu erreichen. Daher wollen diese Geostrategen das Öl über Pipelines erschließen. Eine geplanten Route dieser Rohrleitungen führt durch Afghanistan. Für „den Westen“ ist darum ein beruhigtes und verlässliches Afghanistan von Bedeutung. Zyniker behaupten auch, dass den USA die schrecklichen Ereignisse des 11. September ganz recht kamen, weil die Planung dieser Pipeline unter der Taliban Regierung nicht voran ging und sich jetzt der Anlass für militärisches Eingreifen bot. Nun, zumindest ist ein größerer Einfluss, der USA, in Afghanistan, ein für die Ölindustrie und die „Versorgungssicherheit“ wichtiger Nebeneffekt des NATO-Kampfeinsatzes.
Die von den USA geführten Militäraktionen in Zentralasien haben auch nach Ansicht der katholischen Bischöfe Brasiliens, neben der Bekämpfung terroristischer Gruppen, in erster Linie die Bewahrung der westlichen Kontrolle über die Öl- und Gastransportrouten zum Ziel. Die Gas- und Ölreserven in Zentralasien und im Kaspischen Meer wären für den Westen eine Alternative, wenn in maximal 20 Jahren die Vorräte im Mittleren Osten zu Ende gingen, heißt es in der von der Brasilianischen Bischofskonferenz herausgegebenen
jüngsten Monatsanalyse zur politischen Lage [13] .
Im Zusammenhang mit den Selbstmordattentaten ist bisher sehr wenig über den genauen Ablauf der Ereignisse, insbesondere die Reaktion der Behörden, bekannt geworden. Es gibt keine veröffentlichten Protokolle des Funkverkehrs und auch die Aufzeichnungen der geborgenen Flugschreiber, aus den beiden Flugzeugen, die auf das Pentagon und in den Wald gestürzt wurden, sind der Öffentlichkeit nicht bekannt. Der ehemalige Bundesminister von Bülow hat in einem Interview, in der Zeitschrift Konkret, massive Bedenken an den offiziellen Erklärungen zu den Ereignissen des 11. September angemeldet. Unter anderem wies er darauf hin, dass Bin Laden ein Produkt der CIA ist. Zur Zeit des Kalten Krieges und der Besetzung Afghanistans mit sowjetischen Soldaten, wurde Bin Laden von der CIA unterstützt. Noch im Juli 2001 habe Bin Laden einen CIA Mann in Dubai getroffen, zitiert von Bülow die französische Zeitung „Le Figaro“. Auch soll es Warnungen, vor den Terrorattentaten des 11. September, durch den französischen Geheimdienst und den Mossad (israelischer Geheimdienst), gegeben haben. Laut von Bülow wies die britische Zeitung der „Guardian“, schon vor dem 11. September, darauf hin, dass die USA gegen Bin Laden ziehen wollten: „Evidence suggests, that Washington had planned to move against Bin Laden in the summer“ [14]. Was dem kritischen Beobachter bleibt, ist großes Misstrauen gegenüber den offiziellen Verlautbarungen, welche die Gründe für den Afghanistankrieg des Herbstes 2001 beschreiben, denn er weiß: „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“! Vielleicht fragt auch die deutsche Bundesregierung lieber nicht so genau nach, denn bei ihr überwiegen ebenso strategische Interessen. Die Bundeswehrbeteiligung soll zeigen, dass Deutschland seinen internationalen Verpflichtungen „gewissenhaft“ nachkommt und sich so für einen ständigen Sitz im Weltsicherheitsrat qualifiziert.
Aus der Geschichte ist bekannt mit welchen gewalttätigen Methoden um die Verfügbarkeit des Öls gekämpft wurde. Daniel Yergin hat diese Jagd nach Öl, Geld und Macht in seinem 1000-seitigen Werk „Der Preis“ beschrieben. Es ist eine Geschichte von Intrigen, Gewalt, Umstürzen, Revolutionen und Kriegen [15]. Auch der Europa Abgeordnete Hans Kronberger beschreibt diese Geschichte auf ca. 200 Seiten [16]. Sie beginnt mit der Verwendung des Petroleums als Brennstoff für Lampen. Nach dem Aufkommen der ersten Automobile stieg der Bedarf an Öl sprunghaft an. Zur Bedarfsbefriedigung beuteten die Verbraucherländer auch ihre Kolonien aus. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erkannten Militärs das Erdöl als strategischen, kriegsentscheidenden, Rohstoff. Die Überlegenheit der englischen Flotte gegenüber der deutschen Marine, im ersten Weltkrieg, wurde auch mit der Verwendung von Öl, bei den Briten, anstatt von Kohle, bei der Reichsmarine, erklärt. Wegen dieser strategischen Bedeutung versuchte deshalb die Wehrmacht, während des zweiten Weltkriegs, die Ölfelder des Kaukasus zu erreichen, scheiterte jedoch. Der Mangel an Treibstoff für die Panzer und Flugzeuge war ein entscheidender Beitrag zur Niederlage Nazi-Deutschlands. Ein anderes Beispiel: In den fünfziger Jahren führte eine Operation des CIA zum Sturz des iranischen Ministerpräsidenten Mossadeq und zur Installation des Regimes von Schah Reza Pahlewi. Mossadeq musste, aus der Sicht der britischen und amerikanischen Regierung, gestürzt werden, weil er die „Anglo-Iranian Oil Company“, die unter britischer Herrschaft stand, verstaatlichte. Ein weiteres Beispiel ist der Krieg um Kuwait im Jahre 1990. Ein wesentlicher propagandistischer Beitrag für den Kriegseintritt des Westens, unter Führung der USA, war das Gerücht, dass die Iraker, in den kuwaitischen Krankenhäusern, wehrlose Babys aus den Brutkästen gerissen und auf den Boden geworfen hätten. Die meisten Zeitungen, Rundfunk- und Fernsehanstalten brachten diese Geschichte. Verschwommene, angeblich unter Lebensgefahr aus Kuwait herausgeschmuggelte Fotos, zeigten kleine Körper auf dem Boden liegend. In Wirklichkeit Puppen! Die britische Werbeagentur Hill und Knowlton hatte für 10,8 Millionen Dollar diese Bilder und die Geschichte gemacht [17] [18]. Das letzte Beispiel: 1995 wurde in Afrika der Bürgerrechtler und Umweltschützer Ken Saro-Wiwa und acht seiner Mitstreiter Opfer eines Justizmordes. Er wurde ermordet, weil sein Engagement, für die Rechte des Ogoni-Volkes und gegen die Umweltzerstörungen des Shell-Konzerns, zur Gefahr für die Shell und die äußerst brutale nigerianische Abacha- Militär- Diktatur anwuchs. Weitere Einzelheiten hierzu unter: http://ag2100net.de/Justizmord.htm
Aus diesen kurzen Fragmenten der oben genannten Bücher - Daniel Yergin wurde übrigens für sein Buch mit dem Pulitzer Preis 1992 ausgezeichnet – und aus den einleitenden Sätzen wird folgendes deutlich:
Durch Autos starben, im gleichen Zeitraum, mehr Menschen als durch Kriege.
Aber die Autopest ist auch Mitverursacher von Kriegen.
Die Verfügbarkeit des Öls ist für die Regierungen „des Westens“ von strategischer Bedeutung.
Öl ist der wichtigste Schmierstoff der Automobilgesellschaft.
Die Automobile des Krieges, wie Panzer und LKW, sind auf Öl angewiesen.
Um ans Öl zu kommen wird intrigiert, gemordet und Krieg geführt.
Es dürfte klar geworden sein, dass durch die massenhafte Benutzung von Autos die Problematik der Abhängigkeit noch verstärkt wird. Die durch diese Abhängigkeit und die Jagd nach dem Rohstoff Öl verursachte Rechtlosigkeit, Gewalt und die Kriegsgefahr haben auch diejenigen Menschen mitzuverantworten die bedenkenlos Auto fahren. Das Positive ist, dass jede Autofahrerin / jeder Autofahrer es in der Hand hat, ob sie / er diesen Beitrag leisten will. Das eigene Auto könnte ja auch abgeschafft werden.
Stellt Euch vor es wird Erdöl gefördert und keine/r will es haben!
Quellenangaben:
[1] World Watch Institute Report, Zur Lage der Welt 1999, Seite 216, Tabelle 7.1
[2] Eigene Schätzung auf folgender Grundlage: Die Annahme dass die Zahl der Automobil Toten, des letzten Jahrhunderts, in etwa zwischen 150 bis 200 Millionen liegt, geht von ca. 42 bis 57 Millionen Auto-Unfallopfern aus. Die Zahl 42 Millionen berücksichtigt die 20 Millionen Todesopfer die der Jugoslawe Milan Inic, in seiner Doktorarbeit [3] , bis 1978 berechnet hat. Für die nächsten 22 Jahre gehe ich von durchschnittlich, jährlich einer Million Auto-Unfall-Toten [4] aus, entsprechend der Zahlen die Uwe Hoering nennt, also insgesamt 42 Millionen. Außerdem nehme ich einen konstanten Faktor an Toten durch Atemwegserkrankungen an, nämlich der 2,5-fachen Zahl der Unfall Toten [5] . Ich komme dann auf knapp 150 Millionen Auto-Opfer. Da mir die Zahl von Milan Inic etwas niedrig erscheint, in den Industrieländern war der Höhepunkt der Unfallopfer ja wohl zwischen 1960 und 1970 (es entsteht ein Widerspruch zu der Annahme der über 1 Million Unfall Toten jährlich), habe ich die Abschätzung auf "bis 200 Millionen" erweitert.
Die Annahme, dass die von Milan Inic genannte Zahl zu niedrig ist, untermauert auch die Neue Zürcher Zeitung, vom 26. September 1975, auf S. 7, unter der Überschrift „Mörderisches Auto“: “Paris, 25. Sept. (Reuter) Laut amerikanischen Angaben hat das Auto seit seiner Erfindung 25 Millionen Menschen getötet und damit mehr Leben gefordert als alle Kriege dieses Jahrhunderts. Eine entsprechende Erklärung gab der amerikanische Verkehrsexperte Tieman, Verwaltungschef für das Netz der amerikanischen Bundesfernstrassen, in Paris an einer Konferenz über Sicherheit im Straßenverkehr ab. (...)“
Die Annahme, der über 1 Million jährlichen Unfall Toten weltweit, in den letzten Jahren, ist in verschiedenen Quellen angegeben. Auch die Hochrechnung des UPI [5] auf der Basis einer Schweizer Studie, wonach es 1995 in der BRD ca. 25.000 Abgastote gab, bezieht sich nur auf Herz-, Kreislauf- und Atemwegserkrankungen - allerdings ohne die Ozon Toten, die noch hinzukommen.
[3] Die geräderte Republik, Hans Schuh-Tschan, 1986, Hamburg, S. 13 (1978 dpa Belgrad).
[4] Zum Beispiel Autos, Uwe Hoering (Herausgeber), 1996, ISBN-3.88977-461-X, S. 52.
[5] UPI 44, Krebsrisiko durch Benzol und Dieselrußpartikel an Straßen, UPI / Heidelberg.
[6]World Watch Institute Report, Zur Lage der Welt 1998, Seite 179, Abb. 6.2.
[7] Verkehrte Kinder?, Herausgeber: Fuss e. V. + Umkehr e. V., 3. Auflage, 1996, Berlin, S. 2. Siehe auch: auto motor und sport 26/1951 ("Im Dezember wird der Millionste Amerikaner im Verkehr sterben. ... Mehr Auto-Opfer als Kriegsgefallene").
[8] Frankfurter Rundschau 14.10.1988.
[9] Israel-Jahrbuch 1999, ISBN 965-90037-3-0, s. 36.
[10] Frankfurter Neue Presse 11.8.2001.
[11] Zum Beispiel Autos, Uwe Hoering (Herausgeber), 1996, ISBN-3.88977-461-X, S. 61.
[12] Ebenda.
[13]Frankfurter Rundschau, 8.12.2001 (Artikel steht im Internet).
[14] Konkret, Nr. 12, 2001-11-30.
[15] Daniel Yergin, Der Preis, 1993, ISBN 3-596-11525-6.
[16] Hans Kronberger, Blut für Öl, 1998, ISBN 3 901626 08 5.
[17] Ebenda, S. 131 (eingescannte Seite steht im Internet)
[18] Der vergessene Krieg, Berliner Zeitung vom 20.01.2001 (Artikel steht im Internet).
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http://www.widerspruch.at/streifzuege/str_02-2_galow_automobilismus.html